Wenn die AfD verliert, schweigen viele Medien

Seit Jahren entsteht in der politischen Berichterstattung ein auffälliges Muster: Sobald die AfD in Umfragen gewinnt oder bei Wahlen zulegt, erscheinen sofort Eilmeldungen, Talkshows und Analysen. „AfD steigt“ wird zur Schlagzeile, oft tagelang. Doch wenn die Partei Stimmen verliert, interne Konflikte hat oder an Zustimmung einbüßt, bleibt die Aufmerksamkeit deutlich kleiner.

Diese Form der Berichterstattung beeinflusst die Wahrnehmung der Gesellschaft. Wer täglich liest, dass die AfD „immer stärker“ werde, gewinnt schnell den Eindruck einer unaufhaltsamen Bewegung selbst dann, wenn die tatsächlichen Zahlen schwanken oder regional sehr unterschiedlich sind. Medien schaffen damit nicht nur Information, sondern auch politische Stimmung.

Gerade kritische Zeitungen wie die taz weisen immer wieder darauf hin, dass Demokratie mehr braucht als bloße Aufmerksamkeit für Trends. Journalismus sollte Entwicklungen einordnen, statt nur dramatische Ausschläge zu verstärken. Dazu gehört auch, über Verluste, Widersprüche und Rückgänge derselben Partei mit ähnlicher Intensität zu berichten.

Lesen Sie bitte auch den Artikel der taz zu diesem Thema und bilden Sie sich eine eigene Meinung:
https://taz.de/Niederlagenserie-der-AfD-im-Osten/!6173862/